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Donnerstag, 1. März 2012

Saure Kutteln oder von der Schönheit des einfachen

Manchmal ist das einfache auch einfach das beste. Gerichte die nur aus einigen wenigen Zutaten bestehen können in ihrer Schlichtheit oft mehr überzeugen als jene, die jeden Esser in ihrer komplexheit fast erschlagen. 
Eines dieser Gerichte die mich mit ihrem einfachen und geradlinigen Geschmack jedes mal aufs neue begeistern sind Saure Kutteln. Um ehrlich zu sein ist mir gar nicht so wirklich bewusst warum ich dieses Essen schon von Kindesbeinen an so liebe. Die Säure der zarten Pansenstreifen im Zusammenspiel mit den krossen Kartoffeln - ein unvergleichliches Esserlebnis. Und vermutlich liegt es auch daran, dass meine Mutter bei Innereien nie die Nase gerümpft hat und mich so einfach und ohne Scheu an diese Gerichte herangeführt hat.
Mir ist klar dass viele Innereien so gar nicht mögen. Aber - und dafür streite ich mit Vehemenz - wer Fleisch isst, der sollte auch dafür sorge tragen dass soviel vom verwertet werden kann wie möglich - und eben nicht nur das Filet oder ähnliches. Egal ob Pansen, Herz, Leber oder ab und an auch Nieren können verwertet werden und schmecken einfach herrlich. 
Wie auch immer, heute haben mich beim Metzger wunderbare Kutteln vom Schönbuchrind angelacht und ich konnte einfach nicht widerstehen! 
An und für sich ist es ein wirklich einfaches Rezept, man benötigt nur etwas Geduld und am besten Pellkartoffeln vom Vortag. 
Für eine Person reichen etwa 200g gesäuberte und geschnittene Kutteln - ich hatte heute 300g und das war wirklich reichlich. 
Die Kutteln werden für ca. 30min in sprudelndem Salzwasser mit einem Lorbeerblatt, etwas Essig und ein paar Wacholderbeeren weich gekocht. 
Während dessen setzt man eine Mehlschwitze mit etwas zwiebeln an die man mit dem "Kuttelwasser" ablöscht. Das ganze schmeckt man dann nach Geschmack mit Essig und etwas Rotwein - idealer weiße einem Trollinger aus dem Neckartal ab. 
Dazu werden möglichst krosse Bratkartoffeln serviert. Ich nehme Pellkartoffeln vom Vortag und brate sie in einer gusseisernen Pfanne, dort gelingen sie, so finde ich, am besten.

Samstag, 1. Oktober 2011

Renndezvous mit Anneliese

Ich habe Anneliese gestern durch Zufall in einem kleinen Laden den ich - aus welchen Gründen auch immer - auch erst gestern entdeckt habe getroffen. 
Anneliese, von ihren Freunden auch "Blaue Anneliese" genannt, ist eine vorwiegend Festkochende Kartoffel mit einer Wunderbar dunklen Schale und einem noch viel wunderbareren lila marmorierten Fleisch. Die tolle Farbe hat mich dann dazu verleitet einen blauen Kartoffelkuchen daraus zu backen - ein Kuchen der hier im Süden sehr gerne in der Erntezeit gegessen wird.
Die Zubereitung gestaltet sich eigentlich recht einfach. Zunächst den Hefeteig für den Boden zubereiten - dann die Kartoffeln (1kg) wie Salzkartoffeln kochen, und durch die Kartoffelpresse drücken. Mit etwas Milch, zerlassener Butter und 2 Eiern glatt rühren. Die daraus entstehende Masse sollte nicht zu flüssig sein - also mit der Milch zunächst etwas vorsichtiger sein.  Nach belieben mit frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, Muskat, und Meersalz würzen. Teig ausrollen und im Blech bzw. der Form auslegen und die Masse etwa 1-2cm dick darauf verteilen.
Wenn der Kuchen dann bei 200°C (klassischer weise im mit Reben befeuerten Holzofen) gebacken, und anschließend noch mit etwas Kümmel und Schnittlauch bestreut wird - schmeckt das ganze vorzüglich.
Um ehrlich zu sein funktioniert das Rezept deutlich besser mit einer simplen, mehligkochenden Kartoffel deutlich besser - aber der Effekt der durch die liebe Anneliese entsteht ist - zumindest für mich - unbezahlbar. Zumal das leicht nussige Aroma der Anneliese nicht gerade unvorteilhaft für den Geschmack ist und der mit Sicherheit gut zu einem Glas neuen Wein (Federweiser) passt.